Fakten Magdeburg

Ausgewählte Kennzahlen

Stadtübergreifende Fakten zur Bevölkerungsentwicklung sowie zum Arbeits- und Wohnungsmarkt finden Sie unter "Idee und Konzept".

Bevölkerungsentwicklung

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Bevölkerungsentwicklung in Magdeburg

Die Stadt mit ihrer Nähe zu Niedersachsen erlebte nach 1990 eine Abwanderungswelle von Einwohnern, die sich im Westen auf die Suche nach gut bezahlter Arbeit machten. In den zwanzig Jahren von 1989 bis 2009 verlor die Stadt 57.000 Einwohner. Im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2001 wurde – auf dem damaligen Stadtgebiet ohne die späteren Eingemeindungen – für 2010 eine Einwohnerzahl von 211.000 prognostiziert. Dem gegenüber stehen tatsächlich 229.923 Einwohner im Jahr 2008.

Gemeindegrenzen

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Durch die starke Suburbanisierung seit Beginn der 1990er-Jahre haben die Städte in erheblichem Maße Einwohner und Steuereinnahmen an die Gemeinden im Umland verloren. Um diese Verluste abzuschwächen wurden die Stadtflächen durch schrittweise Eingemeindungen zum Teil erheblich vergrößert.

Der farbig ausgefüllte Bereich stellt die Ausdehnung der Stadt im Jahr 1990 dar; die äußere Linie steht für die Grenze der Stadt 2010.

Wohnungsmarkt

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Zur Jahrtausendwende standen in Magdeburg gut 21 Prozent der Wohnungen leer, also jede fünfte. Weniger betroffen waren zunächst die Großwohnsiedlungen, stark hingegen die Stadtteile mit den großen und unsanierten Baubeständen, insbesondere innenstadtnahe Gebiete sowie die Altstadt.

Spitzenreiter mit fast 44 Prozent Leerstand war Buckau, der traditionelle Wohnort der Schwermaschinenbauer. Nach den ersten erfolgreichen Sanierungen von Altbauten ab Mitte der 1990er-Jahre setzte eine Wanderungsbewegung zurück in die Innenstadt ein. Die Folge waren nun hohe Leerstandszahlen in den Großwohnsiedlungen.

Wohnungssituation in Magdeburg (Stand 2/2010):

Wohnungsbestand: 144.800
Wohnungsleerstand: 26.200
Leerstandsquote: 18 %
Wohnungsabriss seit 2001/02: 7.000

(Datengrundlage IfS-Stadtumbaumonitoring für das Jahr 2008, Stand 02/2010, evtl. abweichender Gebietsstand)

Unternehmen

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Der wirtschaftliche Umbruch nach 1990 traf die „Stadt des Schwermaschinenbaus“ mit ihren einst 290.000 Einwohnern besonders schwer. Die großen Betriebe – allein SKET hatte über 12.000 Mitarbeiter – wurden teils privatisiert, größtenteils jedoch „abgewickelt“ und stillgelegt. Zählte man in Magdeburg 1990 noch 167.000 Beschäftigte, hatten im Jahr 1999 gerade noch 85.000 Menschen eine Arbeit. Die Arbeitslosenzahlen stiegen im Jahr 1998 auf einen Spitzenwert von 24.700. Durch ihre Nähe zu Niedersachsen erlebte die Stadt außerdem eine Abwanderungswelle von Einwohnern, die sich im Westen auf die Suche nach gut bezahlter Arbeit machten.

Die Grafik veranschaulicht die Veränderungen in den Betriebsstrukturen: Große Industriekombinate mussten schließen und selbst dort, wo kleinere Nachfolgebetriebe bis heute produzieren, ist für oft deutlich gesteigerte Produktionszahlen nur noch ein Bruchteil der zuvor dort Beschäftigten notwendig.

Umzüge und Pendler

Bildschirmfoto Pendler und Umzüge

Zwischen 1993 und 1998 haben die ehemaligen ostdeutschen Städte bis zu 10 Prozent ihrer Bevölkerung an ihr direktes Umland verloren. Diese Suburbanisierung betraf in den 1990er-Jahren alle IBA-Städte. Gleichzeitig fand eine Abwanderung nach Westdeutschland statt, von der insbesondere die ehemaligen Industriezentren betroffen waren. Erst seit kurzem verzeichnen die Großstädte Halle (Saale) und Magdeburg kleine Wanderungsgewinne, vor allem durch Zuzüge aus Sachsen-Anhalt. Das besser ausgebaute Verkehrsnetz ermöglicht inzwischen immer längere Arbeitswege und die Anzahl der Berufspendler steigt.

Das interaktive Werkzeug "Umziehen und Pendeln" veranschaulicht diesen Themenkomplex für alle IBA-Städte.
Grafiken und Karten zeigen hier für Magdeburg und die anderen Städte die Bewegung von Umzügen und Berufspendlern im Vergleich verschiedener Jahre. Das Programm ist übersichtlich und leicht zu bedienen ­- intuitiv und interaktiv. Zum Starten klicken Sie einfach auf das Vorschaubild.

Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL), Leipzig 2010
Daten: Günter Herfert, Darstellung/ Programmierung: Sebastian Specht

Quellen für die statistischen Angaben: Raumbeobachtungssystem Sachsen-Anhalt (RABE); Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt; Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt; Stadtentwicklungskonzept Magdeburg 2001; Statistik der DDR von 1989; www.iba-monitor.de; Stand 11/2009

Info: Magdeburg